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16. Oktober 2017 1 16 /10 /Oktober /2017 16:12

Guten Tag,

 

die Frankfurter Buchmesse 2017 ist vorüber. Auf meinem Besuch habe ich einige prominente Gesichter (Reinhold Messner, Birgit Vanderbeke, Julia Klöckner und Richard David Precht) sowie den massigen Hinterkopf eines mir aus meiner Buchhandelszeit bekannten Verlagsvertreters gesehen. Gregor Gysi bekam ich nur akustisch mit. Ihm wurde sehr viel Aufmerksamkeit zuteil und bei der dicht gedrängten Menge gab es für mich kein Durchkommen. Meine wundervolle Kollegin Petra Scheuermann, Verfasserin der beliebten Schoko-Krimis, habe ich auch getroffen. Ihre Fans dürfen sich voraussichtlich zur nächsten Frankfurter Buchmesse im Oktober 2018 über einen neuen Band der Reihe freuen.

 

Nachwuchsautor Leonard Prandini

Auch neue Talente gab es zu entdecken. Eins davon ist auf dem Foto weiter unten abgebildet. Bei dem jungen Mann handelt es sich um Leonard Prandini. Der las im Stand des Podiums Rheinland-Pfalz aus: „Alles Verlorene noch einmal in den Händen halten“, einem Tatsachenroman zum Thema: Glücksspielsucht. Die Handlung dreht sich um den Glücksspielsüchtigen Christoph, der sich in der Welt der Spielhallen mit ihren Verheißungen verliert. Die Lesung war sehr gelungen, denn der Autor las deutlich, in angemessenem Tempo und mit adäquater Betonung. Leonard Prandini gehört gewiss zu den Schriftsteller*Innen, denen das Publikum auch über längere Zeit gerne zuhört. Der Vorleser hatte das Glück, dass ihm eine sehr gute Tonanlage zur Verfügung stand. Wie oft habe ich bei meinen Messebesuchern jene Autor*Innen herzlich bedauert, die gegen eine starke Geräuschkulisse anlesen mussten und ihr Publikum nicht erreichten. Ach ja, schreiben kann Leonard Prandini auch noch. Er verfügt über einen durchaus gefälligen Stil.

 

Tatsachenroman zum Thema: Spielsucht

Im Anschluss an die Lesung luden Leonard Prandini und der RETAP-Verlag zu Wein und Gesprächen ein. Dort beantwortete der Autor diverse Fragen und gab Einblicke in die Recherchen zu seinem Buch. Schließlich handelt es sich bei „Alles Verlorene noch einmal in den Händen halten“ um einen Tatsachenroman. Dabei erfuhren die Anwesenden einiges, was ihre Sicht auf die Welt des Glücksspiels geraderücken dürfte. Denn die Aussicht auf den großen Geldgewinn ist für viele Spielsüchtige nicht die Hauptantriebsfeder für ihr Tun. Für einen großen Teil der Glücksspieler*Innen besteht der Reiz darin, dass sich ihre Aufmerksamkeit auf die momentane Aktion konzentriert und andere Probleme somit außen vor bleiben. Nicht von ungefähr konzipieren Produzenten von Glücksspielautomaten ihre Geräte so, dass die den Nutzer durch ständig neue Angebote auf Trab halten.

 

Wer sich für das Buch von Leonard Prandini interessiert, findet nachfolgend die Bestellangaben:

 

Autor: Leonard Prandini

Titel: „Alles Verlorene noch einmal in den Händen halten“

Verlag: RETAP

ISBN: 978-3-931988-33-3

Umfang/Preis: 171 Seiten, 14,00 Euro

Ausstattung bzw. Format: Klappenbroschur

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Fotografiert von Jürgen Edelmayer mit freundlicher Genehmigung des abgebildeten Autors.

Bildnachweis: Fotografiert von Jürgen Edelmayer mit freundlicher Genehmigung des abgebildeten Autors.

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9. Oktober 2017 1 09 /10 /Oktober /2017 15:47

Guten Tag,

 

 

Isaac Asimov dürfte eher als SF-Autor bekannt sein. Dass er auch ein Reihe von Kriminalgeschichten verfasst hat, war mir zumindest bis vor kurzem nicht geläufig. Nun fiel mir das Buch: „Neues von den Schwarzen Witwern“ in die Hände. Dabei handelt es sich um den zweiten Band einer Buchreihe mit Kriminalgeschichten, die auf deutsch beim Goldmann Verlag erschienen sind. Die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 1978.

 

 

Zum Inhalt


Der Club der Schwarzen Witwer besteht aus einem halben Dutzend Männer, die einmal im Monat zusammenkommen. Es handelt sich um einen Kryptologen, einen Mathematiker, einen Anwalt, einen Schriftsteller, einen Karikaturisten und einen Chemiker. Abwechselnd fungiert jeder von ihnen als Gastgeber, der einem Außenstehenden Zugang zum Clubtreffen gewährt. Jeder Gast hat ein kniffliges Problem. Das stellt er dem Club vor, in der Hoffnung, hier eine Lösung zu finden. Der kommt am Ende jeder Geschichte der Butler Henry auf die Spur. Soviel darf ich sicher verraten, denn es geht nicht darum, wer die Lösung findet oder ob dies überhaupt der Fall ist. Der Reiz jeder Geschichte liegt in der Natur des präsentierten Problems und der manchmal verblüffend einfachen Aufklärung.

 

Meine Meinung

 

Von den insgesamt sieben Geschichten kam ich nur bei einer von selbst auf die Lösung. Einmal konnte mich das Problem nicht so sehr fesseln, weil mir die damit verbundenen mathematische Ausführung zu ausschweifend geriet. Aber sonst haben mich die Fälle sehr gut unterhalten. Äußerst erfreulich fand ich den Umstand, dass es keiner Blut- und Gewaltorgie bedurfte, um ein hohes Maß an Spannung zu erzeugen. Asimov schaffte es mit seinen Schilderungen meist, mich schnell für den jeweiligen Fall zu begeistern und der Aufklärung erwartungsvoll entgegenzusehen.

Als "Krimi" würde ich allerdings nicht jede der in diesem Band versammelten Geschichten bezeichnen. Der Begriff ist da sehr weit gefasst. Das tut der Qualität jedoch keinen Abbruch.

 

Vielleicht ist dieses Buch nicht mehr so leicht im regulären Handel zu bekommen. Doch wer auf originelle und kurzweilige (Kriminal-)Geschichten steht, der kann hier getrost zugreifen, wenn ihm ein Exemplar unterkommt.

 

 

Angaben zum Buch

 

Isaac Asimov

Neues von den Schwarzen Witwern

Goldmann Rote Krimi

ISBN 3-442-04769-2

158 Seiten

DM-Preis der 1978 erschienenen Ausgabe: 3,80

Buchbesprechung Isaac Asimov: Neues von den Schwarzen Witwern
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6. Oktober 2017 5 06 /10 /Oktober /2017 17:46

Guten Abend,

 

Am 21. Oktober 2017 erfährt Niederbayern und die Welt, wer den diesjährigen Ralf-Bender-Krimipreis gewonnen hat. 24 Kurzkrimis wurden nominiert und sind Bestandteil der Anthologie "Doudnsuppn - Kriminalgeschichten aus dem Bayerischen Wald". Herausgeber sind A. Frimberger und L. Wandtner, die auch als Veranstalter des Krimi-Wettbewerbs fungieren. Das Buch enthält meinen Beitrag: "Schwarzer Peter" und wird voraussichtlich 12,95 kosten. Die ISBN lautet 978-3-9439261-70. Da es nicht nur einen mit Wanderpokal und 1500 Euro dotierten Hauptpreis zu gewinnen gibt, sondern auch Prämien für die originellste Geschichte oder die interessanteste Figur vergeben werden, dürften die ausgewählten Geschichten reichlich amüsante Unterhaltung bieten. Ich bin jedenfalls gespannt, was den Kolleg*innen so eingefallen ist.

Krimi-Anthologie zum Ralf-Bender-Preis 2017
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6. September 2017 3 06 /09 /September /2017 07:26

Guten Morgen,

 

meine Kurzgeschichte: "Schwarzer Peter" wurde für den Ralf-Bender-Krimipreis 2017 nominiert. Mit einem Preisgeld von 1500 Euro handelt sich um den höchstdotierten deutschen Preis für Kurzkrimis. Egal, ob "Schwarzer Peter" eine Auszeichnung erhält (außer dem Hauptpreis gibt es noch einige Nebenkategorien u.a. für den originellsten Einfall), sicher ist, dass mein Krimi in der zum Wettbewerb gehörenden Anthologie vertreten sein wird. Die trägt den schönen Titel: "Doudnsuppn und andere Krimi-Kurzgeschichten aus dem Bayerischen Wald" Die Doudnsuppn (Totensuppe) ist Bestandteil des einer Beerdigung folgenden Leichenschmauses. Als Erscheinungstermin für den Sammelband ist der 21. Oktober 2017 vorgesehen. An diesem Tag wird auch die Bekanntgabe der Preisträger erfolgen.

 

Krimipreis verdankt Romanfigur seinen Namen

Initiatoren des Ralf.Bender Krimipreises sind Alexander Frimberger und Lothar Wandtner, die auch als Herausgeber der bei Edition Golbet erscheinenden Anthologie fungieren. Als Autorenduo sind sie die Erfinder des Ermittlers Ralf Bender, dem die Auszeichnung ihren Namen verdankt. Bislang sind vier Romane mit dem Hauptkommissar erschienen: "Raphael","Uriel", "Michael" und "Gabriel". Schauplatz ist stets der Bayerische Wald, jene Gegend, in der auch die über 100 für den Wettbewerb eingereichten Kurzkrmis spielen sollten. Für das 24 Geschichten beinhaltende Buch haben die Herausgeber für "Doudnsuppn und andere Krimi-Kurzgeschichten aus dem Bayerischen Wald" ausgewählt.

 

 

Bildnachweis: Rechte liegen bei Jürgen Edelmayer

"Schwarzer Peter" für Ralf-Bender-Krimipreis nominiert
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29. August 2017 2 29 /08 /August /2017 12:08

Guten Tag,

 

Unter dem Namen Jusi Joesk haben die promovierte Historikerin Jutta Siorpaes und der ehemalige Kriminalbeamte Jörg Schmitt-Kilian den Thriller „Die Verblendeten“ geschrieben. Das Autorenduo befasst sich in seinem Roman mit brisanten aktuellen Themen. Es geht um Ehrenmorde und Terrorismus.

 

 

 

Zur Handlung

 

Die Polizistin Lena Lieck soll die Sicherheit der von ihrer Familie bedrohten Türkin Ayse gewährleisten. Ayse hat sich einer Zwangsverheiratung widersetzt und ist untergetaucht. Doch dann wird die Leiche ihres deutschen Freundes in ihrer Wohnung gefunden. Trotz Lenas Bemühungen läuft die junge Türkin ihrem Mörder in die Arme. Als sich herausstellt, dass Ayses Freund als V-Mann gearbeitet hat, wächst sich der Fall aus. Plötzlich mischt der Verfassungsschutz mit, hält aber mit wichtigen Informationen hinterm Berg. Der Umstand, dass mit der Tatwaffe vor Jahren eine Kollegin Lenas ermordet wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. Damals wurden Lena und ihr Kollege Tom von dem Mörder als Geisel genommen – und der ist noch immer auf freiem Fuß.

 

 

Mein Eindruck

 

„Die Verblendeten“ startet rasant und baut schon nach wenigen Seiten viel Spannung auf. Sehr gut gefallen hat mir (von einer Ausnahme abgesehen, doch dazu später mehr) die Gestaltung der Charaktere. Diese sind sehr vielschichtig geraten und alles andere als perfekt. Die Ermittler machen Fehler, die durchaus nachvollziehbar sind. Das sorgt für ein gehöriges Maß an Authentizität. Die verdankt der Roman vermutlich auch der Erfahrung des ehemaligen Kriminalbeamten Jörg Schmitt-Kilian. Dass der Schauplatz Koblenz und Umgebung anschaulich beschrieben wird, trägt das Seinige zum Unterhaltungswert dieses Romans bei.

 

 

Kritik und Fazit

 

Doch einen Kritikpunkt gibt es: Seine ungeheure Themenfülle, die dem Handlungsablauf und der Entwicklung wenigstens einer Figur nicht so sehr gut tut: Verfassungsschutz, Ehrenmord, Terrorismus und Rechtsradikalismus, dazu die Geschichte einer alten Rache, deren Rechnung noch nicht beglichen ist. Schließlich die persönlichen Probleme der handelnden Figuren, insbesondere Lena und Tom. Das ist m.E. für einen 370 Seiten umfassenden Roman einfach zu viel Stoff. Ich persönlich fühlte mich da etwas erschlagen und die Aufklärung der Mordfälle geriet für mich am Ende zu oberflächlich. Auch die Wandlung eines für meinen Geschmack recht plakativ gezeichneten Charakters erfolgte mir insgesamt zu plötzlich.

 

Trotz dieser Schönheitsfehler ist „Die Verblendeten“ ein spannender Thriller, der brisante gesellschaftliche Themen aufgreift. Freunden von Polizeiromanen dürfte er gefallen und wer Koblenz und Umgebung kennt, wird an der Beschreibung der Schauplätze seine zusätzliche Freude haben.

 

 

Angaben zum Buch

 

Jusi Joesk: Die Verblendeten

Edition Oberkassel 2017

370 Seiten, EUR 12,00

ISBN 978-3-95813-0999

 

Auch als eBook erhältlich

zum Preis von EUR 7,99

ISBN 978-3-95813-1002

 

Bildnachweis: Rechte bei Edition Oberkassel. Ich danke dem Verlag für die Übersendung des Leseexemplars.

Buchbesprechung Jusi Joesk: Die Verblendeten
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20. August 2017 7 20 /08 /August /2017 09:15

Guten Morgen,

ich frage mich schon, was ein Unternehmen wie Thalia dazu treibt, von seinen Lieferanten einen Werbezuschuss einzufordern. Wie habe ich mir das vorzustellen? Saßen da ein paar kreative Köpfe beieinander und haben ein Brainstroming darüber betrieben, wie sich die marode Firmenkasse aufbessern lässt? Hat irgendwer nach stundelangem Grübeln dann seine Idee rausgehauen, vielleicht mit diesen Worten:

"Wie wäre es, wenn wir unsere Investitionskosten auslagern? Outsourcing ist doch noch nicht tot, oder?" (Jubel, jubel, freu, freu, Vorschlag angenommen. Schließlich wollen die Leute ja auch mal Feierabend machen Womöglich fand die Sitzung auch noch während einer dieser unbeliebten Meetings statt, die außerhalb der Dienstzeiten angesetzt werden).

Nun heißt es ja, dass jede Dummheit einen findet, der sie begeht. Bei Thalia hat man offenbar nicht lange suchen müssen. Was die ganze Angelegenheit besonders bedenklich macht, ist der Umstand, dass das Unternehmen trotz aller berechtigten Kritik an seinem Vorhaben festzuhalten scheint.

Nachdem das Börsenblatt (siehe Link unten) bereits Ende Mai 2017  die fragwürdige Praxis der Buchhandelskette thematisiert hatte, erhielt nun der Blaulicht Verlag ein auf den 18. August 2017 datiertes Schreiben inklusive Rechnung für einen "Verkaufsförderungsbonus" über 50,00 Euro zzgl. MwSt. In einer Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite wies der Verlag darauf hin, dass Thalia seine Bücher gar nicht im Sortiment führt und sie nur auf Wunsch seiner Kunden ordert. Bleibt die Frage, wie Thalia auf die Idee kommt, Geld verlangen zu dürfen, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu bieten.

Dass Nichtzahler fürchten müssen, bei Thalia nicht mehr gelistet zu werden, wird seitens des Filialisten natürlich bestritten. Doch es gibt widersprüchliche Darstellungen, was diesen Punkt angeht, siehe Artikel im Börsenblatt vom 03.August 2017

Mit diesem Schritt hat sich Thalia m.E. keinen Gefallen getan, sondern allenfalls Teile der Buch- und Verlagsbranche gegen sich aufgebracht. "Dreistigkeit" und "Frechheit" sind noch die harmloser klingenden Reaktionen auf das merkwürdige Geschäftsgebaren des Buchfilialisten.

 

 

 

 

 

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22. Juli 2017 6 22 /07 /Juli /2017 15:29

Guten Abend,

nun ist es schon über zwei Jahre her, dass mein Detektivroman: "VermisstenFall" erschienen ist. Ich habe ihn selbst herausgegeben und dafür BoD als Dienstleister genutzt. Mein Erstling "KnieFall" erschien noch bei Prolibris und war eine reguläre Verlagsveröffentlichung. Bis mein dritter Roman erscheint, wird es noch dauern. Mit den Vorgängern hat er nichts gemein, so viel kann ich schon sagen. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls habe ich inzwischen nicht nur mit meinen beiden Romanen, sondern auch mit zahlreichen Kurzgeschichten Erfahrungen mit Verlags- und Eigenveröffentlichungen machen können und Vor- und Nachteile beider Publikationsmöglichkeiten kennen gelernt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Vorteil des einen Systems dem anderen zum Nachteil gereicht. So ist eine professionelle Betreuung durch den Verlag, inklusive Lektorat und Buchgestaltung, das große Argument, das für diese Lösung spricht. Dafür muss man, zumindest als Debütant*in, schon einen Teil der Kontrolle über sein Werk abgeben, die man beim Self-Publishing (wie sämtliche Verwertungsrechte auch) behalten kann. Das wiederum bedeutet, dass man als Self-Publisher einiges mehr zu tun hat als jene Autor*innen, die sich nicht selbst um Buchsatz, Umschlaggestaltung, Lektorat usw. kümmern müssen. Die Werbung lasse ich hier mal außen vor, da es hier bei den Verlagen hinsichtlich deren Engagement erhebliche Unterschiede gibt. Top-Titel werden sehr stark beworben, während für Neuerscheinungen unbekannter Verfasser*innen vergleichsweise wenig Werbeaufwand betrieben wird. Sich selbst für den Absatz des eigenen Buches ins Zeug zu legen, bleibt also auch Verlagsautor*innen nicht erspart, wenn das Werk in der Masse der Publikationen nicht von Anfang an unsichtbar bleiben soll.

 

Die leidige Honorafrage

Als Self-Publisher fällt das Honorar pro verkauftem Exemplar i.d.R. um einiges höher aus, als dies bei regulären Verlagsveröffentlichungen der Fall ist. Dass viele Verlage seit einigen Jahren dazu übergegangen sind, Honorare nicht mehr anteilig anhand des Verkaufspreises festzulegen, sondern den Nettoerlös als Grundlage nehmen, hat die Einkommenssituation für die betroffenen Autor*innen verschlechtert. Zudem habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht, was die Einhaltung der Abrechnungstermine angeht. Gerade bei Anthologien erfolgt nur nach dem ersten Jahr eine Verkaufsaufstellung mit anschließender Überweisung. Manche Verlage zahlen Honorare erst ab einer bestimmten Summe aus, die bei Anthologien nach Ablauf des Veröffentlichungsjahres häufig nicht mehr erreicht wird. Korrekte Abrechnungen vorausgesetzt, haben Self-Publishing-Portale und Dienstleister bei mir die Nase vorn, was die Zuverlässigkeit bei den Honorzahlungen angeht. Ich hatte und habe mit Bookrix, Amazon und BoD zu tun und bekam von allen spätestens wenige Tage nach Ablauf der vertraglichen Frist eine Aufstellung über die Verkäufe und erhielt ausstehende Beträge kurz darauf überwiesen. Von den Verlagen kann ich das leider nicht in jedem Fall sagen. Ein Verleger reagierte sogar recht verschnupft, als ich ihn an die längst überfällige Aufstellung erinnerte. Nach dem Motto: Wie können Sie es wagen? Ja, wie konnte ich es nur wagen, auf die Erfüllung einer vertraglichen Vereinbarung zu bestehen? Glücklicherweise gibt es auch hier positive Beispiele. Manche Verlage zeigen sich sogar recht großzügig und zahlen z.B. für einen Kurzkrimi bereits im Voraus ein anständiges Honorar, Die Unterschiede sind meiner Erfahrung nach z.T. erheblich.

 

Wozu braucht es Verlage?

Nicht von ungefähr setzen manche Erfolgssautoren inzwischen (auch) auf Self.Publishing. Nikola Hahn gehört dazu oder auch Petra Schier deren historische Romane bei Rowohlt erscheinen, die aber auch eigene Buchreihen herausgibt. Stephen King versetzte bereits vor Jahren die Verlagswelt in helle Aufregung, als er seine Erzählung: "Riding the Bullet", die hierzulande unter dem Titel: "Achterbahn" erschien, in Eigenregie herausbrachte.

Die Frage stellt sich, wozu es Verlage braucht, wenn sie das größte Stück vom Kuchen behalten und ihre Autor*innen die meiste Arbeit überlassen? Nun, ich persönlich arbeite immer noch gerne mit Verlagen zusammen, weil mich bislang vor allem deren professionelle Lektoratsarbeit überzeugt hat. Die kam meinen Geschichten stets zugute. Natürlich gibt es auch frei arbeitende Lektor*innen, aber hier scheinen mir die Qualitätsunterschiede ebenso groß zu sein wie im Bereich des Self.Publishing selbst. Auch was die Vertriebswege angeht, stehen Verlagen gegenüber Self-Publishern weit mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Mag sein, dass sich das irgendwann ändern wird, aber bis dahin ist sicher noch ein weiter Weg.

Dem mir oft untergekommenen Anspruch von Self-Publishern, die Bücherwelt zu bereichern, wurde kaum eines der Werke, die ich bislang gelesen habe, gerecht. In der Regel handelte es sich um austauschbare Geschichten, nur schlechter geschrieben und in den schlimmeren Fällen voller Schreibfehler. Es gibt Ausnahmen, aber die sind rar gesät. Gegenüber der Lawine lieblos zusammengestellter (manchmal sogar kopierter) Machwerke sind sie hoffungslos in der Unterzahl. Es wurde schon früher viel Mist verlegt, aber modernes Self-Publishing hat den Misthaufen m.E. nur schneller wachsen lassen.

 

 

 

Rückseite des Detektivromans: VermisstenFall

Rückseite des Detektivromans: VermisstenFall

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21. Juli 2017 5 21 /07 /Juli /2017 15:24

Guten Tag,

der Verlag "Tasten & Typen" hat mir ein Plätzchen in seinem Autorenfenster frei gemacht. Anlass dafür ist die Aufnahme meiner Geschichte: "Einmal Luther und zurück" in die Krimianthologie: "Wunderwasser-Krimis". Der Sammelband ist das Resultat eines von der Gemeinde Tambach-Dietharz ausgeschriebenen Krimi-Wettbewerbs. 95 Einsendungen hat es gegeben, was zu Mutmaßungen darüber geführt hat, ob das was mit Luthers 95 Thesen zu tun haben könnte. Kann ich wirklich nichts dazu sagen. Sicher ist jedoch, dass es insgesamt 11 Geschichten in die Anthologie geschafft haben. Der Band soll am 16 August 2017 im Rahmen einer Veranstaltung der Gemeinde Tambach-Dietharz präsentiert werden.

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3. Juli 2017 1 03 /07 /Juli /2017 08:29

Guten Morgen,

 

Stratford Harlow ist ein geheimnisvoller Mann. Sein Reichtum gilt als legendär und um seine Finanztransaktionen ranken sich dunkle Gerüchte. Er selbst sieht seine zwielichtigen Aktivitäten als Späße an, mit denen er sich amüsiert. Welches Interesse kann dieser einflussreiche Mensch an einem gewöhnlichen Kriminellen wie Arthur Ingle und dessen Nichte Aileen Rivers hegen, an der auch Scotland Yards Ermittler Jim Carlton mehr als rein berufliches Interesse zeigt? Edgar Wallace entwirft in „Der Joker“ eine komplexe Handlung, in deren Verlauf auch diplomatische Verwicklungen und Börsentransaktionen eine Rolle spielen.

Lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten sollte. Die Handlung schien über weite Strecken auf nichts Konkretes hinauslaufen zu wollen. Dennoch - und hierin liegt wohl eine der großen Stärken des Autors – fand ich den Plot dieses Krimis so faszinierend, dass ich die Auflösung mit Spannung erwartete. Hinzu kam, dass Edgar Wallace seine Figuren recht lebensnah gezeichnet hatte und in die Handlung auch einen feinen Humor einfließen ließ. Einen Leser derart bei der Stange zu halten, schafft mancher Autor der heutigen Zeit nicht. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass Edgar Wallace dieses Roman bereits im Jahre 1926 verfasste! Auf deutsch erschien das Buch fünf Jahre später. Drei Jahre vor dem New Yorker Börsencrash 1929 entwarf der Autor ein faszinierendes Szenario für eine Talfahrt der Aktienkurse. Das ist schon visionär.

 

Nicht der ganz große Wurf, dennoch lesenswert

Wenngleich „Der Joker“ wegen seines etwas langatmigen Aufbaus nicht der ganz große Wurf ist und sich hinter Klassikern wie „Der Hexer“ einreihen muss, stellte Edgar Wallace auch mit diesem Roman sein Können unter Beweis. Sein Gespür für Details und Atmosphäre macht diesen Krimi auch heute noch lesenwert – zumindest für Leute, die als Bösewicht nicht unbedingt einen kopfkranken Serienmörder brauchen, um ein Buch spannend zu finden. Mit seinem Joker hat Edgar Wallace einen vielschichtigen Charakter geschaffen, der auch heute noch fasziniert.

Auf deutsch erschien das Buch im Golgmann Verlag. Es hat 184 Seiten. Im Zuge einer Online-Recherche habe ich es gar nicht oder nur gebraucht ausfindig machen können. Ein Hörbuch mit dem Titel "Der Joker" soll zwar auf einem Roman von Edgar Wallace basieren, hat aber eine völlig andere Inhaltsangabe. Die mir vorliegende deutschsprachige Ausgabe stammt aus dem Jahr 1958.

 

Bildnachweis: Wilhelm Goldmann Verlag, München

 

 

Buchbesprechung Edgar Wallace: Der Joker
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Published by autoreninfo - in Literatur
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23. Juni 2017 5 23 /06 /Juni /2017 08:40

Guten Morgen,

anlässlich des Luther-Jahres schrieb die Gemeinde Tambach-Dietharz einen Wettbewerb aus. Gesucht wurden Beiträge, die sich mit der angeblichen Wunderheilung Martin Luthers befassten. Der Reformator soll nach dem Genuss des von der Tambach-Quelle stammenden Wassers von einem heftigen Harnleiden genesen sein. Mein Beitrag: "Einmal Luther und zurück" schaffte es unter die besten 11 und wird in der Wunderwasser Krimi-Anthologie vertreten sein. Das Buch wird vom Verlag Tasten&Typen verlegt und am 16. August 2017 erscheinen. Ein Titelbild gibt es auch schon, und das ist meiner Ansicht nach sehr gelungen. Der Entwurf dafür stammt aus der Feder von Thomas Offhaus.

Titelbild Wunderwasser-Krimis

Titelbild Wunderwasser-Krimis

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