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21. April 2016 4 21 /04 /April /2016 16:43

Guten Tag,

Tatjana Flade hat über fünfzehn Jahre hinweg an ihrem Roman „Herz im Fadenkreuz“ gearbeitet. Ursprünglich sollte die Handlung in der nahen Zukunft spielen, doch im Lauf der Zeit wurden weite Teile der Fiktion von der Realität eingeholt.

Inhalt und erster Eindruck

Die junge Studentin Esther lebt in einer bewegten Zeit, denn Deutschland ist zum Schauplatz terroristischer Anschläge geworden. Hinter den Attentaten stecken extremistische Gruppen wie die nationalsozialistische Organisation Thule, fanatische Islamisten und die IFFAR, eine aus der radikalen Antifa hervorgegangene militante Gruppierung. Diese bekämpft sowohl die Islamisten als auch die Thule-Anhänger und bedient sich dabei derselben Mittel, wie die anderen Terroristen. Als Esther sich in den geheimnisvollen Lysander, kurz Lys, verliebt, ahnt sie bald, dass er ihr gegenüber nicht mit offenen Karten spielt. Mit der Zeit keimt in der Studentin der schreckliche Verdacht, dass Lys etwas mit den Anschlägen zu tun haben könnte.

In „Herz im Fadenkreuz“ zeigt Tatjana Flade nachvollziehbar das Dilemma auf, in dem sich die Protagonisten ihres Romans befinden. Da ist zum einen Lysander, dessen erste große Liebe vor Jahren durch einen Terroranschlag ums Leben kam. Er sinnt auf Rache und fühlt sich den Mitglieder seiner eigenen Organisation verpflichtet. Dann gibt es Esther, die sich Hals über Kopf in Lys verliebt, aber recht bald ahnt, dass mit ihrem Traummann etwas nicht stimmt. Doch die frisch Verliebte ist nur zu gerne bereit ist, jedwede Erklärung zu akzeptieren, um ihr Glück nicht zu gefährden. Allerdings kann Esther die an Deutlichkeit zunehmenden Hinweise, dass Lys in zwielichtige Machenschaften verstrickt ist, auf Dauer nicht ignorieren. Sie beschließt, hinter das Geheimnis ihres Freundes zu kommen und beschreitet damit einen gefährlichen Weg.

Lob und Kritik

Die Figuren handeln schlüssig und die Konflikte, mit denen sie zu kämpfen hatten, waren für mich deutlich spürbar. Die Autorin hat m.E. sehr viel Sorgfalt auf die Ausarbeitung der Charaktere, insbesondere der Hauptpersonen verwendet. Esther und Lysander verfügen über ein scharfes Profil, was mir die Figuren greifbar nahe brachte. Daher entwickelte ich sehr bald ein großes Interesse an ihnen.

Nicht ganz so überzeugend fand ich den Roman, was die „Arbeitsweise“ der Terroristen angeht.

Die Mitglieder der konspirativen Gruppen agieren in „Herz im Fadenkreuz“ für meinen Geschmack allzu sorglos. Da werden Mobilfunknummern über lange Zeiträume beibehalten, Klarnamen und Adressen in Notizbüchern notiert und herumliegen gelassen und Passwörter auf der Festplatte gespeichert. Zudem hält es eine Terrororganisation nicht für nötig, den Zugang zum internen Mitgliederbereich ihrer Homepage zu schützen, indem sie den Account ihres ums Leben gekommenen Mitglieds löscht.

Fazit:

„Herz im Fadenkreuz“ ist zwar kein lupenreiner Thriller, aber dennoch ein durchweg spannendes Buch. Die Stärke des Romans liegt in der Dynamik, welche sich aus den Konflikten der beteiligten Personen ergibt. Wer bereit ist, sich auf die Lektüre einzulassen und über die erwähnten Schwächen hinwegsehen kann, findet in „Herz im Fadenkreuz“ eine unterhaltsame Geschichte mit Tiefgang.

Angaben zum Buch:

Tatjana Flade

Herz im Fadenkreuz

Edition Oberkassel, April 2016

ISBN: 978-3-95813-0333

269 Seiten, Tb 11,99

Buchbesprechung zu "Herz im Fadenkreuz" von Tatjana Flade

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Published by autoreninfo - in Literatur
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