Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
3. Juli 2017 1 03 /07 /Juli /2017 07:29

Guten Morgen,

 

Stratford Harlow ist ein geheimnisvoller Mann. Sein Reichtum gilt als legendär und um seine Finanztransaktionen ranken sich dunkle Gerüchte. Er selbst sieht seine zwielichtigen Aktivitäten als Späße an, mit denen er sich amüsiert. Welches Interesse kann dieser einflussreiche Mensch an einem gewöhnlichen Kriminellen wie Arthur Ingle und dessen Nichte Aileen Rivers hegen, an der auch Scotland Yards Ermittler Jim Carlton mehr als rein berufliches Interesse zeigt? Edgar Wallace entwirft in „Der Joker“ eine komplexe Handlung, in deren Verlauf auch diplomatische Verwicklungen und Börsentransaktionen eine Rolle spielen.

Lange Zeit wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten sollte. Die Handlung schien über weite Strecken auf nichts Konkretes hinauslaufen zu wollen. Dennoch - und hierin liegt wohl eine der großen Stärken des Autors – fand ich den Plot dieses Krimis so faszinierend, dass ich die Auflösung mit Spannung erwartete. Hinzu kam, dass Edgar Wallace seine Figuren recht lebensnah gezeichnet hatte und in die Handlung auch einen feinen Humor einfließen ließ. Einen Leser derart bei der Stange zu halten, schafft mancher Autor der heutigen Zeit nicht. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass Edgar Wallace dieses Roman bereits im Jahre 1926 verfasste! Auf deutsch erschien das Buch fünf Jahre später. Drei Jahre vor dem New Yorker Börsencrash 1929 entwarf der Autor ein faszinierendes Szenario für eine Talfahrt der Aktienkurse. Das ist schon visionär.

 

Nicht der ganz große Wurf, dennoch lesenswert

Wenngleich „Der Joker“ wegen seines etwas langatmigen Aufbaus nicht der ganz große Wurf ist und sich hinter Klassikern wie „Der Hexer“ einreihen muss, stellte Edgar Wallace auch mit diesem Roman sein Können unter Beweis. Sein Gespür für Details und Atmosphäre macht diesen Krimi auch heute noch lesenwert – zumindest für Leute, die als Bösewicht nicht unbedingt einen kopfkranken Serienmörder brauchen, um ein Buch spannend zu finden. Mit seinem Joker hat Edgar Wallace einen vielschichtigen Charakter geschaffen, der auch heute noch fasziniert.

Auf deutsch erschien das Buch im Golgmann Verlag. Es hat 184 Seiten. Im Zuge einer Online-Recherche habe ich es gar nicht oder nur gebraucht ausfindig machen können. Ein Hörbuch mit dem Titel "Der Joker" soll zwar auf einem Roman von Edgar Wallace basieren, hat aber eine völlig andere Inhaltsangabe. Die mir vorliegende deutschsprachige Ausgabe stammt aus dem Jahr 1958.

 

Bildnachweis: Wilhelm Goldmann Verlag, München

 

 

Buchbesprechung Edgar Wallace: Der Joker

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by autoreninfo - in Literatur
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Présentation

  • : Blog von autoreninfo.over-blog.de
  • Blog von autoreninfo.over-blog.de
  • : Infos und Subjektives rund um Bücher, das Schreiben derselben, ihr Vetrieb, Trends, Zustände und Neuerscheinungen
  • Kontakt

Recherche

Liens