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20. August 2017 7 20 /08 /August /2017 09:15

Guten Morgen,

ich frage mich schon, was ein Unternehmen wie Thalia dazu treibt, von seinen Lieferanten einen Werbezuschuss einzufordern. Wie habe ich mir das vorzustellen? Saßen da ein paar kreative Köpfe beieinander und haben ein Brainstroming darüber betrieben, wie sich die marode Firmenkasse aufbessern lässt? Hat irgendwer nach stundelangem Grübeln dann seine Idee rausgehauen, vielleicht mit diesen Worten:

"Wie wäre es, wenn wir unsere Investitionskosten auslagern? Outsourcing ist doch noch nicht tot, oder?" (Jubel, jubel, freu, freu, Vorschlag angenommen. Schließlich wollen die Leute ja auch mal Feierabend machen Womöglich fand die Sitzung auch noch während einer dieser unbeliebten Meetings statt, die außerhalb der Dienstzeiten angesetzt werden).

Nun heißt es ja, dass jede Dummheit einen findet, der sie begeht. Bei Thalia hat man offenbar nicht lange suchen müssen. Was die ganze Angelegenheit besonders bedenklich macht, ist der Umstand, dass das Unternehmen trotz aller berechtigten Kritik an seinem Vorhaben festzuhalten scheint.

Nachdem das Börsenblatt (siehe Link unten) bereits Ende Mai 2017  die fragwürdige Praxis der Buchhandelskette thematisiert hatte, erhielt nun der Blaulicht Verlag ein auf den 18. August 2017 datiertes Schreiben inklusive Rechnung für einen "Verkaufsförderungsbonus" über 50,00 Euro zzgl. MwSt. In einer Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite wies der Verlag darauf hin, dass Thalia seine Bücher gar nicht im Sortiment führt und sie nur auf Wunsch seiner Kunden ordert. Bleibt die Frage, wie Thalia auf die Idee kommt, Geld verlangen zu dürfen, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu bieten.

Dass Nichtzahler fürchten müssen, bei Thalia nicht mehr gelistet zu werden, wird seitens des Filialisten natürlich bestritten. Doch es gibt widersprüchliche Darstellungen, was diesen Punkt angeht, siehe Artikel im Börsenblatt vom 03.August 2017

Mit diesem Schritt hat sich Thalia m.E. keinen Gefallen getan, sondern allenfalls Teile der Buch- und Verlagsbranche gegen sich aufgebracht. "Dreistigkeit" und "Frechheit" sind noch die harmloser klingenden Reaktionen auf das merkwürdige Geschäftsgebaren des Buchfilialisten.

 

 

 

 

 

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