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29. August 2017 2 29 /08 /August /2017 12:08

Guten Tag,

 

Unter dem Namen Jusi Joesk haben die promovierte Historikerin Jutta Siorpaes und der ehemalige Kriminalbeamte Jörg Schmitt-Kilian den Thriller „Die Verblendeten“ geschrieben. Das Autorenduo befasst sich in seinem Roman mit brisanten aktuellen Themen. Es geht um Ehrenmorde und Terrorismus.

 

 

 

Zur Handlung

 

Die Polizistin Lena Lieck soll die Sicherheit der von ihrer Familie bedrohten Türkin Ayse gewährleisten. Ayse hat sich einer Zwangsverheiratung widersetzt und ist untergetaucht. Doch dann wird die Leiche ihres deutschen Freundes in ihrer Wohnung gefunden. Trotz Lenas Bemühungen läuft die junge Türkin ihrem Mörder in die Arme. Als sich herausstellt, dass Ayses Freund als V-Mann gearbeitet hat, wächst sich der Fall aus. Plötzlich mischt der Verfassungsschutz mit, hält aber mit wichtigen Informationen hinterm Berg. Der Umstand, dass mit der Tatwaffe vor Jahren eine Kollegin Lenas ermordet wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. Damals wurden Lena und ihr Kollege Tom von dem Mörder als Geisel genommen – und der ist noch immer auf freiem Fuß.

 

 

Mein Eindruck

 

„Die Verblendeten“ startet rasant und baut schon nach wenigen Seiten viel Spannung auf. Sehr gut gefallen hat mir (von einer Ausnahme abgesehen, doch dazu später mehr) die Gestaltung der Charaktere. Diese sind sehr vielschichtig geraten und alles andere als perfekt. Die Ermittler machen Fehler, die durchaus nachvollziehbar sind. Das sorgt für ein gehöriges Maß an Authentizität. Die verdankt der Roman vermutlich auch der Erfahrung des ehemaligen Kriminalbeamten Jörg Schmitt-Kilian. Dass der Schauplatz Koblenz und Umgebung anschaulich beschrieben wird, trägt das Seinige zum Unterhaltungswert dieses Romans bei.

 

 

Kritik und Fazit

 

Doch einen Kritikpunkt gibt es: Seine ungeheure Themenfülle, die dem Handlungsablauf und der Entwicklung wenigstens einer Figur nicht so sehr gut tut: Verfassungsschutz, Ehrenmord, Terrorismus und Rechtsradikalismus, dazu die Geschichte einer alten Rache, deren Rechnung noch nicht beglichen ist. Schließlich die persönlichen Probleme der handelnden Figuren, insbesondere Lena und Tom. Das ist m.E. für einen 370 Seiten umfassenden Roman einfach zu viel Stoff. Ich persönlich fühlte mich da etwas erschlagen und die Aufklärung der Mordfälle geriet für mich am Ende zu oberflächlich. Auch die Wandlung eines für meinen Geschmack recht plakativ gezeichneten Charakters erfolgte mir insgesamt zu plötzlich.

 

Trotz dieser Schönheitsfehler ist „Die Verblendeten“ ein spannender Thriller, der brisante gesellschaftliche Themen aufgreift. Freunden von Polizeiromanen dürfte er gefallen und wer Koblenz und Umgebung kennt, wird an der Beschreibung der Schauplätze seine zusätzliche Freude haben.

 

 

Angaben zum Buch

 

Jusi Joesk: Die Verblendeten

Edition Oberkassel 2017

370 Seiten, EUR 12,00

ISBN 978-3-95813-0999

 

Auch als eBook erhältlich

zum Preis von EUR 7,99

ISBN 978-3-95813-1002

 

Bildnachweis: Rechte bei Edition Oberkassel. Ich danke dem Verlag für die Übersendung des Leseexemplars.

Buchbesprechung Jusi Joesk: Die Verblendeten
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